Samstag, 10. Juni 2017

In der Plauderecke mit ... Alexandra Schwarting

Immer wieder samstags. Heute entführt euch Alexandra Schwarting in ihre Welt.


1. Verrate uns wer du bist und wo wir dich im Internet finden können:
Mein Name ist Alexandra Schwarting, bin 26 Jahre jung und lebe mit meiner Familie auf einem
landwirtschaftlichen Betrieb in der Wesermasch zwischen Oldenburg und Bremen. Oft bin ich das Chaos auf zwei Beinen *lach*, und mache regelmäßig die Nacht zum Tag, da ich ursprünglich aus der Gastronomie stamme.
Im Internet findet man mich unter:

2. Wie viele Bücher hast du geschrieben?

Veröffentlicht habe ich Anfang April meinen Debütroman. Schreibe derzeit am zweiten Teil, der im September erscheinen wird.

3. Wie heißen deine Bücher und wovon handeln sie?

Mein erstes Buchbaby heißt >>Umhüllt – Im Mantel von Rosmarin und Lavendel<<, es ist der erste von drei Teilen und es handelt hier von einem Liebesroman mit einem tragischen Hintergrund. Es wäre ja auch zu einfach, wenn es keine Geheimnisse und Komplikationen geben würde, nicht wahr? ;)

Die Geschichte spielt an der nordfriesischen Küste. Genauer – auf Sylt, und der letzten Station am Festland – Klanxbüll.

Meine Protagonistin Alisa arbeitet den Sommer über in einem kleinen Café an der Westerländer Promenade, wohnt aber auf dem Festland für diese Zeit. Sie versucht, ihrer Vergangenheit zu entfliehen und will sich den Sommer über wieder zurück ins Leben arbeiten. Wortwörtlich mit Arbeit.
Sie begegnet Darek, scheinbar der Schäfer, des kleinen Ortes Klanxbüll. Er ist total versessen darauf, zu erfahren, wer sie wirklich ist und vor allem: was ihr Geheimnis ist.
Zu ihrem Leid laufen die beiden sich in der Zukunft öfter als gewünscht über den Weg.
Womit Alisa allerdings nicht mit gerechnet hat, schafft Darek es – wie auch immer –, sie wieder aufzubauen und bringt es tatsächlich fertig, das sie für eine gewisse Zeit ihre Vergangenheit ruhen lässt, bis sie irgendwann eine Grenze überschritten hat.

So, nun muss mich aber wirklich zügeln, dass ich nicht noch anfange, mehr zu spoilern ;)

4. Wie kamst du auf die Ideen zu deinen Werken?

Tja, das ist eine wirklich gute Frage *lach*
Ich hatte ständig die erste Szene vor Augen und dann musste ich einfach drauf losschreiben.

5. Beschreibe doch mal den Weg von der Idee zum Buch:

Eigentlich musste ich lernen für mein Fernstudium, war aber äußerst unmotiviert, da mir der Stoff nur Kopfschmerzen bereitet hat. Na ja, dann habe einfach ein leeres Dokument geöffnet und begonnen zu schreiben. September 2016 habe ich angefangen und war Anfang Januar fertig. Die ersten Kapitel aus dem zweiten Teil sind bereits geschrieben und es juckt mir jeden Tag in den Fingern, weiter zu schreiben. Irgendwie kam dann tatsächlich der verrückte Gedanke, es zu veröffentlichen. Erst da habe ich dann angefangen, mich mit dem ganzen Drum und Dran einer Veröffentlichung zu beschäftigen.

6. Wie hast du es geschafft deine Bücher zu veröffentlichen? Ich stelle mir das nicht leicht vor

*grins* Ja, das musste ich auch feststellen. Es hat sich urplötzlich ein Dschungel vor mir ausgebreitet, namens *Selfpublishing*. Ich hatte mich entschieden, es im Eigenverlag zu probieren. Aber da gibt es dann ja auch noch einige Unterschiede, wie ich bemerkt habe. Durch Zufall bin ich an ein Zusammenschluss aus Autoren und Autorinnen aus meiner Umgebung geraten – das war ein Segen für mich. Dort gab es viel Unterstützung, Fragen, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich mir diese stellen muss, konnten beantwortet werden, ich durfte dort meine erste Lesung halten und bekam das erste Feedback zu meinem Roman.
Aber was für mich wichtig war, war auf mein Bauchgefühl zu hören … Ich habe mit Sicherheit viele Fehler gemacht, die man hätte vermeiden können, aber nun weiß ich für die Fortsetzung, woran ich feilen kann, was ich anders mache.

7. Hattest du Hilfe beim Schreiben?

Beim Schreiben direkt nicht, aber natürlich im Anschluss. Hier hatte ich wirklich ganz großes Glück gehabt. Ach, wenn ich es genau nehme, war es wohl Schicksal. Ich bin von Haus aus ein sehr ungeduldiger Mensch. Wenn ich mich heute dazu entschließe, mein Manuskript ins Lektorat zu geben, dann ist es ja wohl klar, dass ich innerhalb weniger Augenblicke die richtige Lektorin/ richtigen Lektor finde. Und was noch klarer ist, ist dass ich das Manuskript dann am nächsten Tag losschicken kann. Ähh… NEIN! Ich bin sehr froh, dass ich eine klasse Lektorin gefunden habe, die noch einen Termin relativ kurzfristig vergeben konnte, und ich dann bald mein Manuskript auf die Reise geben durfte. Mein Lieblingsfüllwort war übrigens >>leicht<<. Das Lektorat hat mir sehr geholfen, auch meine Testleser, die im Anschluss noch einmal über die Endfassung gelesen haben.

8. Wie viel schreibst du so am Tag?

Gute Frage. Momentan relativ wenig, zumindest am Manuskript vom zweiten Teil ;)
Aber wenn ich einmal angefangen habe, dann ist es sehr schwer, wieder aufzuhören. Wenn ich spät abends von der Arbeit nach Hause kam, viel es mir oft schwer, endlich runterfahren zu können und dann habe ich mich ans Buch gesetzt. Plötzlich waren wieder drei Stunden vergangen, mehrere Kapitel entstanden und ich wollte einfach nicht schlafen gehen, weil ich ja selbst wissen wollte, wie es mit Alisa und Darek weitergeht.
Aber ein genaues Tagesziel habe ich mir nicht gesetzt.

9. Was hast du gemacht, wenn du nicht wusstest, wie es weitergehen soll?

Dann habe ich die Geschichte einfach mal in Ruhe gelassen. Ein Spaziergang am Deich wirkt Wunder, vor allem, wenn ein Deich auch im Buch vorkommt. Ansonsten einfach mal abschalten. Selbst ein Buch lesen, Tanzen gehen oder mit den Kindern Playmobil spielen;)

10. In welchem Buch würdest du gerne leben?

Darf ich auch zwei nennen?
– Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Ich kann nicht einmal genau sagen, was ich alles toll finde, aber ich würde gerne einfach einmal in diese Zeit eintauchen, wo dein größtes Problem die Anstandsdame in deiner Nähe war – und nicht wie heute so viel Grausamkeit hinter jeder Ecke lauert.
– Das Buch der Träume. Also die Silber-Reihe von Kerstin Gier. Ich dachte ich werde verrückt als ich im Anschluss der Bücher, bzw. jeden Abend wenn ich aufgehört habe zu lesen, mir fest vorgenommen habe, im Schlaf nach dieser besagten Tür zu suchen *lach* Jeden Morgen war ich aufs Neue enttäuscht, dass ich meine Träume nicht lenken konnte.

11. Trifft man dich auf Messen an?

Da ich noch sehr neu bin, war ich diesen März in Leipzig auf der Messe. Es waren viele Eindrücke, die ich dort sammeln konnte und habe viele tolle Menschen kennengelernt oder endlich persönlich getroffen. Ich versuche, im Herbst nach Frankfurt zu fahren, ich denke allerdings wieder als Gast. Mit Kind, Kegel und Beruf – meinem, wie auch dem meines Mannes –, ist es ein wenig holprig am Anfang, alles unter einen Hut zu bekommen.

12. Nun hast du noch Raum, deiner Kreativität freien Raum zu lassen:

Ein wichtiger Punkt in meinem Leben ist mein Beruf, wie auch der meines Mannes. Sie spiegeln sich deshalb auch in meinem Roman und auch in den beiden weiteren Teilen der Reihe wieder.
Die Leidenschaft zur Gastronomie und zur Landwirtschaft. Es sind zwei Berufsgruppen, die oft in ein falsches Licht gestellt werden. Unter ihrem Wert veräußert werden. Als Servicekraft ist es nicht nur wichtig, dass du mehr als viel Teller gleichzeitig tragen kannst. Es gibt viele verschiedene Aspekte in dem Beruf der Hotelfachfrau zum Beispiel, die diesen Beruf sehr bedeutend machen. Es klingt sicher kitschig, wenn ich sage, dass es für mich eine ehrenvolle Aufgabe ist, wenn ich beispielsweise ein frischgebackenes Ehepaar am wichtigsten und schönsten Tag ihres Lebens begleiten darf. Ich bin seit fast zehn Jahren in diesem Beruf und ich bekomme jedes Mal Herzrasen, wenn ich um Mitternacht die prunkvolle Hochzeitstorte auf einem kleinen hölzernen Wägelchen mit Sprühfontainen und Wunderkerzen zu aufregender Musik und Lichteffekten präsentieren darf. Stell sich einer vor, die Torte würde umkippen? O MEIN GOTT!!! Es ist meine Verantwortung, dass es nicht passiert.
Aber genauso ist es auch immer wieder ein bewegender Moment, wenn man auf einer Trauerfeier Menschen begleitet, die einen ihrer liebsten Menschen verloren haben. Ich nehme ihnen für einige Momente oder sogar Stunden, die Last ab, sich um alles kümmern zu müssen.
Wie gesagt. Für viele klingt dies kitschig, für mich ist es mein Traumberuf.

So wie für meine Mann die Landwirtschaft. Über Generationen liegt der Hof bereits in seiner Familie. In guten wie in schlechten Tagen. Kein Tag gleicht dem anderen. Durch ihn und seinen Beruf habe ich viel gelernt, zum Beispiel, dass alles, was sie sich jetzt aufbauen und erarbeiten nicht nur für heute, sondern vor allem für die nachfolgende Generation. Ich möchte gerne auch anderen Menschen einen Einblick in diese beiden Berufe geben, wenn auch nur am Rande ;)


Danke, für das ehrliche und schöne Interview und viel Erfolg mit der Fortsetzung und allem was folgen wird. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen