Samstag, 27. Mai 2017

In der Plauderecke mit ... A.C. Donaubauer

Neuer Samstag, neue Autorin. Eine weitere mutige Autorin, die sich auf den heißen Stuhl gesetzt hat. 
Dann schauen wir doch mal, was sie uns zu erzählenhat

1. Verrate uns wer du bist und wo wir dich im Internet finden können:
Ich bin selbständig als Trainerin in der Erwachsenenbildung, Übersetzerin/Dolmetscherin und Unternehmensberaterin. Und in meiner Freizeit schreibe ich Bücher. Auf Englisch. Dann übersetze ich sie auf Deutsch.

In professioneller Kapazität findet man mich auf www.expertise4.me, als Schriftstellerin auf www.ac-donaubauer.com

2. Wie viele Bücher hast du geschrieben?
Fünf. Vier davon sind bereits veröffentlicht, Nummer 5 kommt im Sommer.

3. Wie heißen deine Bücher und wovon handeln sie?
Es handelt sich dabei um 5 Teile einer Serie – “Der Orden”. Das Genre ist Urban Fantasy, und da ich mit dem Schreiben begonnen habe, um mich selbst zu unterhalten, fehlt es darin auch nicht an Humor.

Die Protagonistin ist Eryn, eine Heilerin Ende Zwanzig, die von ihrem Vater als Kind in ein verbotenes Königreich gebracht wurde. Als einzige Frau mit der Gabe der Magie in einem Land voller männlicher Magier muss sie ihre Kräfte geheimhalten, damit sie nicht als Fremde entlarvt wird. Das funktioniert einige Jahre lang sehr gut, bis sie sich mit einem Schlag auf den Kopf und der darauffolgenden Ohnmacht unfreiwillig zu erkennen gibt.
Sie wird in die Hauptstadt und damit dem Sitz des Königs gebracht, wo man versucht, sie in den Orden, der Organisation, der alle Magier verpflichtend angehören müssen, aufzunehmen. Eryn jedoch hat eine sehr schlechte Meinung vom Orden, da sie ihre Magie nur zur Vorbereitung auf Kriege nutzen, und will nichts mit ihnen zu tun haben.

4. Wie kamst du auf die Ideen zu deinen Werken?
Ich habe von einer Szene geträumt, die mir dann 9 Monate lang nicht aus dem Kopf gehen wollte. Erst als ich sie niedergeschrieben hatte, war sie fort. Allerdings haben sich dann plötzlich neue Ideen aufgetan, was vorher und nachher noch alles passiert.

5. Beschreibe doch mal den Weg von der Idee zum Buch:
Das erste Buch war mehr ein Puzzle, wo ich von einer Szene zur nächsten gesprungen bin. Ab dem zweiten gab es dann weniger Chaos und mehr Planung mittels Mindmaps, Zeitlinien, Notizen…

6. Wie hast du es geschafft deine Bücher zu veröffentlichen? Ich stelle mir das nicht leicht vor
Das erste Buch hat auch in dieser Hinsicht die meiste Mühe bereitet. Da die Originalsprache Englisch ist, gingen die ganzen 900 Seiten zuerst ins englische Lektorat, dann habe ich bei jeder einzelnen Änderung entschieden, ob ich sie übernehme oder nicht (wir sprechen hier von tausenden Verbesserungen, wohlgemerkt). Als nächstes habe ich auf Deutsch übersetzt, und dann ging das Ganze noch zu einer deutschsprachigen Lektorin, wo ich hinterher wieder jede Änderung auf Würdigkeit überprüft habe. Als Selbstverlegerin kommen dann natürlich noch Dinge wie Cover-Design, Website, Marketing, Distributionskanäle und alles Rechtliche hinzu.

Am Anfang war es ziemlich überwältigend, aber mittlerweile übernehme ich immer mehr Sachen selbst, die ich vorher an externe Dienstleister übergeben hatte. Nun habe ich eine Fotoausrüstung, kann Websites erstellen und weiß, welche Stempel ich vom Finanzamt in Österreich brauche, um in Deutschland nicht doppelt versteuert zu werden. Meinen Horizont hat diese Odyssee auf jeden Fall erweitert.

7. Hattest du Hilfe beim Schreiben?
Ja. Mein Mann ist mein ehrlichster Kritiker, auch wenn das nicht immer ganz ungefährlich ist, wenn ich ihm ganz stolz eine neue Szene präsentiere – überzeugt von meiner eigenen Brillanz – und er dann mit dem Finger auf etwas zeigt.

8. Wie viel schreibst du so am Tag?
Schwer zu sagen. Je nachdem, wie es mich freut. Es gibt Tage, wo ich 12-14 Stunden mit dem Schreiben verbringe, an anderen gibt es nur Notizen. Derzeit schreibe ich kaum, weil das Übersetzen des letzten noch unveröffentlichten Bandes so aufwändig ist. Aber im Juli geht es dann endlich weiter, und ich kann wieder ein paar Tausend Seiten auf mir herausfließen lassen, ohne mich um das Organisatorische dahinter kümmern zu müssen.

9. Was hast du gemacht, wenn du nicht wusstest, wie es weitergehen soll?
Wenn es ein Mangel an Ideen war, der mich geplagt hat, dann habe ich eine Pause eingelegt. Manchmal muss der Kopf einfach frei sein, damit Platz für neue Ideen ist. Da ich keine Deadlines einhalten muss und vorwiegend zu meinem eigenen Vergnügen schreibe, setze ich mich hier nicht unter Druck. Der einzige Druck kommt zuweilen vom Göttergatten, der ungeduldig wissen will, wie es denn nun weitergeht.

Wenn die Frage war, ob es nach links oder rechts weitergehen soll, dann habe ich entweder alle Szenarien durchgespielt oder mit meinem Mann diskutiert. Manchmal hilft es einfach, gewisse Dinge laut auszusprechen um zu erkennen, dass sie brauchbar oder gänzlich zu verwerfen sind.

10. In welchem Buch würdest du gerne leben?
Terry Pratchett – Stadtwache-Reihe

11. Trifft man dich auf Messen an?
Derzeit nur als Besucherin. Vielleicht ändert sich das, wenn alle 5 Teile der Serie veröffentlicht sind. Das ist natürlich für eine kleine Autorin wie mich auch eine finanzielle Frage.

12. Nun hast du noch Raum, deiner Kreativität freien Raum zu lassen:
Rückblickend kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Schreiben zumindest in meinem Fall bis zu einem gewissen Ausmaß einem unwillkürlichen und unbewussten Seelenstriptease gleichkommt. Interessanterweise ist das eine Sache, die dem Umfeld stärker auffällt als einem selbst und wo man nachzudenken beginnt, wenn man sich mit Freunden und Familienmitgliedern unterhält, die dann Parallelen mit dem Leben und/oder den Ansichten des Schaffenden aufzeigen. Interessanterweise habe ich so das eine oder andere über mich selbst gelernt.
Ich verstehe sehr gut, weshalb Psychotherapeuten zuweilen zum Tagebuchschreiben anregen. Man glaubt oftmals nicht, was da alles hervorkommt…

Danke, für dieses Interview und viel Erfolg weiterhin. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen